Archiv für die Kategorie „Veranstaltungen“

🌏Weltgebetstag 2021 6 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 3. März 2021
Kristin Weigel / Ingrid Poschmann

Ernährung und Klimawandel

Liebe Gemeindemitglieder,
heute möchte ich Ihnen etwas zur Ernährung und den Auswirkungen des Klimawandel auf die Ernährung im diesjährigen Weltgebetstagsland Vanuatu berichten.

Die Vanuatische Küche ist eine einfache Küche. Die Menschen ernähren sich von dem, was Sie anbauen und was Ihnen die Natur gibt. Melonen, Avocados und Bananen von denen es auf Vanuatu gut 20 verschiedene Sorten gibt, können direkt vom Feld, Baum oder Strauch gegessen werden. Die Reife und der Geschmack von Mangos, Papayas und Ananas ist nicht mit dem zu vergleichen, was wir aus dem Supermarkt kennen. Auch die Kokosnuss spielt in der Ernährung eine Rolle.

Gekocht wird unter freiem Himmel in Erdöfen oder auf heißen Steinen. Wurzeln wie Yams, Taro (Wasserbrotwurzel) und Maniok schmecken erst wenn sie gegart wurden. Süßkartoffeln, Kochbananen oder Brotfrucht gehören ebenso zur Ernährung dazu und werden entweder direkt oder in die Blätter einer bestimmten Bananenstaude gewickelt auf den heißen Steinen oder in den Erdöfen zubereitet.

Das Nationalgericht Lap Lap wird aus Taro, Yams, Maniok oder Bananen zusammen mit Kokosmilch und etwas Salz hergestellt und kann dann mit gegartem Gemüse wie Zwiebeln, Inselkohl (ähnlich unserem Mangold), Spinat, Bohnen, Paprika oder anderem garniert werden. Ist Fisch zur Hand, kommt gegrillter Fisch dazu oder Hühnchen- und Schweinefleisch.

In den größeren Städten wie Port Vila macht sich aber auch ein gewisser Einfluss aus der britisch/französischen Kolonialzeit auf das Nahrungsmittelangebot bemerkbar.

Das Kochen ist wie vieles in Vanuatu Frauensache und durch das Kochen am offenen Feuer mit einer hohen Rate an Bronchialerkrankungen bei den Frauen verbunden. Durch das entfachen von neuem Feuer jeden Morgen atmen die Frauen zwangsläufig Rauch ein, was bei vielen zu chronischer Bronchitis, Asthma oder anderen Lungenerkrankungen führt.

Aber auch der Klimawandel macht sich in Bezug auf die Ernährung schon bemerkbar. In der Regenzeit (Oktober bis März) komme es öfter zu Extremregenfällen oder die Regenzeit verkürzt sich, was sich in einem niedrigeren Grundwasserspiegel bemerkbar macht und somit auch Einfluss auf die Ernten hat. Früchte können bei zu wenig Wasser und höheren Temperaturen klein bleiben oder ganz ausfallen. Auch wirkt sich die Erwärmung des Meereswasser aus. Es sterben nicht nur die Korallen ab und die Riffe verlieren ihre Schutzfunktion als Wellenbrecher, sondern auch die Fischbestände vor den Inseln werden kleiner. Die Bevölkerung an der Nordküste von Efaté zieht nun in Betonbecken ihre eigenen Fische groß. In Vanuatu versucht man mit weiteren verschiedenen Projekten auch die zukünftige Versorgung der Bevölkerung sicher zu stellen. Hierzu gehören zum Beispiel die Anpflanzung von Obstbäumen, die Züchtung von Gemüsesorten, welche das veränderte Klima besser tolerieren oder auch in der Tierzucht die Suche nach Rassen, welche die Hitze besser ertragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen auch diesmal einen weiteren kleinen Einblick in dieses Land geben. Einige ausgewählte Rezepte können Sie unter der Verlinkung 🔗  finden.

Bleiben Sie behütet und gesund.

Ihre Kristin Weigel

🌏Weltgebetstag 2021 5 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 24. Februar 2021

Ingrid Poschmann


Liebe Gemeinde

 

Es ist noch viel zu tun in Vanuatu, ein überaus heikles Thema.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass die Menschen in Vanuatu auf dem Glücksatlas an zweiter Stelle in der Welt stehen. Verwundert habe ich mich ein wenig intensiver darüber informiert und was kam heraus:

In Vanuatu wurden bei dieser Umfrage nur die Männer befragt. Es ist ein Witz, dass Vanuatu  offiziell das Land mit der glücklichsten Bevölkerung ist. Keiner hat die Frauen nach ihren Problemen gefragt. Und vermutlich hätte auch keine über ihr Probleme geredet.

Für Frauen ist Vanuatu das schlimmste Land der Welt, sagt eine Frauenaktivistin die anonym bleiben möchte. “Alles bei uns ist auf den Nakamal konzentriert, auf den Ort, wo sich die Männer im Dorf treffen wo sie über alles reden und wo alles entschieden wird.

Keine Frau darf sich dort blicken lassen.”

Dafür sind die Frauen aber für alles zuständig, was das Leben und Überleben der Familie betrifft. Das gelte auch nach den nicht seltenen Naturkatastrophen wenn die Ernte vernichtet ist. Dann stellen sich die Männer hin und fragen wo das Essen bleibt. Als Mann aber selbst Hand anlegen ist undenkbar.

Die Frauen in Vanuatu kümmern sich um Kinder, Essen, Wäsche und ein mögliches Einkommen für die Familie.

1980 wurde von einem Mann der Nationale Frauenrat gegründet. Walter Lini ist anglikanischer Pfarrer und der erste Premierminister des Landes. Er wollte eine Institution in der die Frauen eine Stimme bekommen.

In Vanuatu hat aber nach wie vor der Mann das sagen. Überlieferte Traditionen sind in Vanuatu sehr langlebig.

Die Frau müsse den Mann auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Lebens respektieren.

“Respekt ist in unserer Kultur ein ganz wichtiger Wert. Und religiös wird das Ganze noch untermauert.”  Sagt Anita Deroin, die Präsidentin des Nationalen Frauenrates.

Laut Verfassung gilt in Vanuatu die Gleichberechtigung der Geschlechter. Ein Gesetz soll Frauen vor häuslicher Gewalt schützen. Die Realität sieht anders aus.

Gewalt gegen Frauen ist in Vanuatu ein heikles Thema. Vor allem bei häuslicher Gewalt ist in Vanuatu das Papier geduldig. 2011 gab es durch das Frauenzentrum eine Umfrage unter 2.300 Frauen zur Gewalterfahrung in Ehe und Partnerschaft und fast zwei Drittel (60 %) gaben an, dass sie schon einmal oder mehrfach physische und/oder sexuelle Gewalt erlebt haben. 21% der Frauen haben bleibend Verletzungen davon getragen. Trotzdem stimmt die Hälfte der Frauen der Aussage zu, dass eine Frau ihrem Mann gehorchen muss. Und 40% finden es sogar wichtig, dass der Mann der Frau zeigen müsse, dass er der Chef ist.

Die Genderfrage ist ein sehr sensibles Thema. Es geht dabei nicht allein um Rechte sondern auch um Rollen. Und die sind in einer Gesellschaft, die sehr stark von patriarchalen Traditionen geprägt ist, zementiert.

Kirchlicherseits gib es Ansätze dies zu ändern. Es gibt mittlerweile in fast allen Kirchen eine Gender- und Frauenbeauftragte. Frauen müssen sich zusammentuen um gehört zu werden.

Aber um tatsächlich etwas zu erreichen müssen Frauen und Männer zusammen arbeiten. Besonders wichtig ist das bei Fragen der Gleichberechtigung.

Junge gut gebildete Ni-Vanuatu Frauen sind dabei die Hoffnungsträger das sich langsam etwas ändert.

Beten wir für die Frauen in Vanuatu. Das können wir auch außerhalb des Gottesdienstes.

Bleiben Sie gesund und behütet.

Es grüßt Sie Ingrid Poschmann

🌏Weltgebetstag 2021 4 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 17. Februar 2021
Ingrid Poschmann / Kristin Weigel

Liebe Gemeinde,

Heute lesen Sie etwas über die Religion und die Bildung 🔗 in Vanuatu.

Es ist immer die gleiche Szene: Erst ertönt ein Muschelhorn. Dann bricht plötzlich eine Gruppe laut schreiender Krieger im Rock aus Naturmaterialien durch das Unterholz und bedroht die Neuankömmlinge mit Speeren und Holzknüppeln. Schließlich tritt ein weiterer Krieger aus dem Hintergrund und bildet mit zwei Palmenblättern ein Dach über seinem Kopf, das Zeichen für Willkommen. So werden auch heute noch Fremde in den Kastom-Dörfern rund um Port Vila begrüßt.

„ Wir sind keine Kannibalen mehr, sondern Christen“ sagt Sreeve Joel.

Die Religion ist neben dem Kastom die zweite tragende Säule des Landes. 🔗

In Vanuatu sind 83% der Bevölkerung Christen und gehören einer christlichen Kirche an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam mit Kaufleuten und Kolonialherren auch die Mission nach Vanuatu.

Die ersten beiden Missionare, John Williams und James Harris, die 1839 in Erromango an Land gingen wurden ermordet und verspeist.

Ihnen nachfolgende Missionare hatten mehr „Glück“ und so konnte zu Beginn der 50iger Jahre des 19. Jahrhunderts die Presbyterianische Kirche in Vanuatu gegründet werden. Sie ist noch heute die größte Kirche auf Vanuatu, neben der anglikanischen, katholischen Kirche und einigen Freikirchen.

17 % der Ni-Vanuatu, so nennen sich die Einwohner selbst, sind Nichtchristen und folgen traditionellen Religionen.

In der Unabhängigkeitsbewegung Mitte des letzten Jahrhunderts spielten die Kirchenleute eine zentrale Rolle.

Der Sonntag gehört auf Vanuatu der Familie und der Kirche. Es gehört dazu in den Gottesdienst zu gehen. Besonders die Frauen sind in den Gemeinden aktiv. Sie bereiten samstags die Gottesdienste vor, besuchen Kranke und helfen bei allen, die Hilfe brauchen.

Bildung: 🔗

In Vanuatu besteht Schulpflicht. Allerdings sind nur die ersten 6 Jahre verpflichtend. Die Regierung unterstützt die Schulen bei der Finanzierung der Gebühren für die ersten 6 Jahre, um mehr Kindern den Zugang zur Bildung zu ermöglichen. Oft müssen die Kinder aus den ländlichen Gebieten weite Strecken zu Schule gehen. Einige müssen sogar schon in sehr jungen Jahren das Haus verlassen und ein Internat besuchen. Danach gehen ca. 50% der Schüler und Schülerinnen in weiterführende Schulen.  Mädchen wie Jungen zur gleichen Anzahl. Allerdings muss man sich die weiterführende Schule  auch leisten können.

Nach dem Abschluss der Sekundarschulausbildung besteht die Möglichkeit einer Hochschulausbildung in Übersee (z.B. Australien oder Neuseeland) oder an der Universität in Port Vila.
Die Alphabetisierungsrate bei Jugendlichen beträgt 95,7 % und bei Erwachsenen 87,5%.

Das war wieder ein Blick in ein Land, das uns fern und doch so nah ist.

Bleiben Sie gesund und behütet,

Es grüßen Sie
Kristin Weigel und Ingrid Poschmann

🌏Weltgebetstag 2021 3 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 10. Februar 2021
Kristin Weigel / Ingrid Poschmann


Liebe Gemeindemitglieder,

ich möchte Ihnen heute etwas aus den Bereichen Tradition, Religion und Bildung zum diesjährigen Weltgebetstagsland Vanuatu berichten.

Die Traditionen und Brauchtümer, in Bislama, einer der Hauptlandessprachen auch „Kastom“ genannt, sind wie die Religion eine der tragenden Säulen des Landes. Sie können touristisch in sogenannten Kastom-Dörfern erlebt werden, wirken aber auch heute noch in der Gesellschaft Vanuatus in viele Lebensbereiche hinein und bestehen nicht nur aus den hier vorgestellten Traditionen sondern bestehen auch aus Regeln und Gebräuchen die für jedes Dorf / jede Insel unterschiedliche sein können und doch das Leben miteinander und untereinander regeln.


Wassermusik 🔗

Die Wassermusik ist ein traditioneller Brauch der Frauen auf der Insel Gaua und wird seit Generationen von den Müttern an die Töchter weitergegeben. Als Frauen sind sie traditionell vom Fischfang ausgeschlossen, haben aber trotzdem eine starke Bindung zum Meer und nutzen das Wasser um Musik zu machen. Dabei stehen die Frauen bis zu den Hüften im Meer und schlagen und trommeln mit ihren Händen rhythmisch auf das Wasser und erzeugen so eine Vielzahl von Klängen, je nachdem ob mit der Faust, der hohlen oder der flachen Hand auf die Wasseroberfläche geschlagen wird. Dazu singen sie überlieferte Geschichten Ihrer Vorfahrinnen. Die Geschichten, die die Frauen singend erzählen, sind wie die Tradition Jahrhunderte alt. Sie erzählen von der Verbindung zwischen Mensch und Natur, von Liebe, Freundschaft aber auch von Kämpfen.

Für die Frauen von Lembot auf Gaua ist die Wassermusik nicht mehr nur reines „Hobby“, viele Verdienen auch Ihren Lebensunterhalt damit und tragen dazu bei Ihre Familien zu ernähren.

Die Frauen von Gaua haben es mit Ihrer Wassermusik auch außerhalb von Vanuatu zu einiger Berühmtheit gebracht und treten auch mehrmals im Jahr auf Festivals und Veranstaltungen in anderen Teilen der Welt auf, zum Beispiel beim Rainforest Music Festival in Malaysia


Sandmalerei 🔗

In einem Land mit über 100 Sprachen und noch vielen regionalen Dialekten diente und dient die Sandmalerei oder auch „Sandroing“ – in Bislama – der Verständigung untereinander. Mit ihr können Botschaften übermittelt, Mythen, Rituale und eine Fülle an Informationen zur Kosmologie, Liederzyklen, Anbaumethoden, Architektur, Handwerk, Design und choreographischen Mustern weitergegeben und Gedanken und Naturphänomene erläutert werden. Es ist eine alte Kulturtechnik, die in den zentralen und nördlichen Inseln von Vanuatu vorkommt und von vielen Menschen in Vanuatu auch „Sandraeting“, also Sandschrift genannt wird. Hierbei wird mit dem Finger in einer Linie ohne Absetzen ein Muster in den Sand gemalt.

Die Sandzeichnungen wurden 2003 von der UNESCO als Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit anerkannt und 2008 in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen.

Naghol oder Land Diving 🔗


Eine der bekanntesten Traditionen ist Naghol oder auch Land Diving, welches von der Insel Pentecost stammt und dort auch noch jedes Jahr zwischen April und Juni stattfindet. Der Legende nach war die erste Springerin eine Frau, welche vor ihrem ausfälligen Ehemann floh und sich auf einem hohen Baum versteckte. Als ihr Mann sie fand und ihr folgte, sprang sie vom Baum und ihr Mann sprang ihr hinterher und starb. Er war sich nicht bewusst, dass seine Frau Ihre Knöchel mit Lianen gesichert hatte.

 

Eine Zeit lang wurde Naghol nur von Frauen durchgeführt. Heute ist es ein Mutprobe für Jungen und Männer und wird nur noch von ihnen durchgeführt. Diese Tradition kann auch als Ursprung oder Anregung für das heutige Moderne Bungee Jumping gesehen werden.

 

 

Ich hoffe Ihnen einen kleinen Einblick in die Themen geben zu können.

Bleiben Sie gesund und behütet,

Ihre Kristin Weigel

🌏Weltgebetstag 2021 2 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 3. Februar 2021
Ingrid Poschmann

Sei wie eine Kokospalme

ist das Lebensmotto von Juliette Pita der Künstlerin,  die das wunderschöne, sehr eindrückliche Bild zum Weltgebetstag gemalt hat.

Sie ist die bekannteste Künstlerin des Landes. Hat ihren Abschluss als erste Frau am Institut National de Technologie in Vanuatu gemacht.

Juliette Pita hat weltweite Ausstellungen.  Zum Beispiel in Paris, Australien, der Schweiz und in England. Trotzdem ist es nicht einfach sie in Vanuatu  zu finden.

Sie wohnt mit Ihrem Sohn und der Schwiegertochter in einer Wellblechhütte von 20 m2 .

Diese Hütte ist auch ihre Werkstatt.

Das Leben in Vanuatu findet tagsüber fast nur im Freien statt.

Alles Geld was sie verdient gibt sie an Menschen weiter die es brauchen. Für das Schulgeld der Kinder, für medizinische Behandlungen oder ähnliches. Sie sagt, sie brauche nichts und möchte auch nicht den Neid anderer auf sich ziehen. Menschen die den Neid anderer auf sich ziehen kann es in Vanuatu sehr schlecht gehen. Dahinter steckt auch die Angst vor dem bösen Blick, vor Flüchen und Geistern.

Das Bild, das sie speziell für den Weltgebetstag angefertigt hat zeigt eine betende Mutter, die sich schützend über ihr kleines Kind beugt.

Im Hintergrund brechen Wellen. Eine Palme biegt sich über die beiden, durch den starken Wind niedergedrückt aber gehalten von den starken Wurzeln. Leuchtende, helle Farben, ein buntes Bild – auf den ersten Blick wirkt es harmonisch.

Das Bild trägt den Namen Pam II. Pam war der Zyklon der im März 2015 mit ca. 300 km in der Stunde über Vanuatu hinwegfegte. Der Zyklon hat auch Tote gefordert. Deshalb die Kreuze.

Juliette Pita hat sich während  des Zyklons mit Familie und Nachbarn in einen Schiffs Container gerettet. Dort verbrachten sie eine Nacht, konnten nur beten.

Am Morgen nach dem Sturm war auf den Inseln kein Blatt mehr an den Bäumen, alles was in den Gärten oder Feldern  angebaut wurde war  vernichtet. Die Menschen haben sich die ersten Wochen nur von Kokosnüssen ernährt. Die lagen in Massen auf der Erde.  Die Kokospalmen mit ihren starken Wurzeln konnte der Zyklon nicht vernichten. Sie sind ein Sinnbild dafür , dass das Leben weiter geht.

Unverwüstbar die Kokosnuss

kraftspendende Frucht

nährt Hoffnung

macht Mut zum Leben.

Eva Maria Hübert


Bleiben sie behütet
Ihre Ingrid Poschmann

⛪ Kirchenblatt – Februar 2021 – KGV Lobeda

Ralf Krieg schrieb am Montag, 1. Februar 2021

(mehr …)

🌏Weltgebetstag 2021 1 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ralf Krieg schrieb am Mittwoch, 27. Januar 2021
Ingrid Poschmann


Liebe Gemeindeglieder,

heute möchte ich Sie neugierig machen auf ein Land von dem die meisten von uns, wie ich auch, noch nie etwas gehört haben. Ein Land, das im Mittelpunkt des diesjährigen Weltgebetstags steht.

Das ich  Ihnen etwas  über das Land schreibe ist der momentanen Situation geschuldet. Denn wir können weder Informationsabende zu dem Land durchführen und auch keinen Gottesdienst zum Weltgebetstag feiern.

Das Land besteht aus 83 Inseln und liegt mitten im Pazifischen Ozean hat eine Größe von 12.000 km2 Land und 860.000 km2 Wasser. Also 2,5 Mal so groß wie Deutschland, besteht aber vor allem aus sehr viel Wasser. Knapp 300.000 Menschen wohnen dort, verteilt auf die einzelnen Inseln. Die meisten Menschen Leben in Dörfern, es gibt nur zwei Städte. Die Hauptstadt ist Port Vila.

Vanuatu heißt das Land und könnte der absolute Südseetraum sein. Klares Wasser, Palmen strahlender Himmel, blaues Meer.

Der Inselstaat liegt auf dem pazifischen Feuerring, einem Vulkangürtel. Deshalb kommt es immer wieder zu starken Erdbeben und Tsunamis und starken Stürmen. Der Klimawandel hat die Situation noch mehr verschlechtert. Der Meeresspiegel steigt und es gibt schon jetzt Pläne Menschen aus ihrer angestammten Umgebung umzusiedeln.

Die Frauen des WGT-Komitee aus Vanuatu haben den Gottesdienst unter das Motto „Worauf bauen wir?” gestellt. Sie haben uns ihr Land, ihre Traditionen und ihre Lebenssituationen vorgestellt. 

Darüber möchten wir Ihnen in den nächsten Wochen regelmäßig  berichten.

Bleiben sie gesund und behütet.

Ihre Ingrid Poschmann

⛪ Kirchenblatt – Januar 2021 – KGV Lobeda

Antje Leschik schrieb am Freitag, 1. Januar 2021

Liebe Gemeinde,

Jedes Jahr zum Neujahr brauche ich diesen Spruch aus China, der in unserem Gesangbuch steht: der Engel sagt: „Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes! Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg!“ In diesem neuen Jahr 2021 brauche ich ihn besonders! Wie wird die Pandemie 2021 sich ausbreiten? Was wird getan werden gegen die sozialen und wirtschaftlichen Folgen des Virus? Wie werden wir als Gemeinde zusammenbleiben können, um uns gegenseitig Stütze und Hilfe zu sein? Wie kann Gott es zulassen, dass Hunderttausende weltweit an diesem Virus sterben? Krisen spitzen latent vorhandene Fragen zu. Aber vielleicht ist es gar nicht unsere Aufgabe, Erklärungen über Gottes Tun und Lassen abzugeben. Der Psalmbeter im Monatsspruch für diesen Monat verweist uns vielmehr auf das Bitten.

Psalm 4,7: Viele sagen: „wer wird uns Gutes sehen lassen?“ Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“

Diese Worte sind uns vertraut, es ist der zweite Teil des aaronitischen Segens, der am Ende jeden Gottesdienstes uns mit auf den Weg durch die kommende Zeit gegeben wird.

Der Psalmbeter lenkt den Blick von der sichtbaren Not auf die (unsichtbaren) Helfer. Seine Erfahrung ist, dass Gott uns in der Not nicht verlässt. Er sagt zu Gott: “Der du mich tröstest in Angst“(Vers 2) und „Allein, du, Herr, hilfst mir!“ (Vers 9). Wenn Gottes Angesicht über uns leuchtet, sind wir nicht allein. Dieses Leuchten ist stärker als Sorgen, Ängste und Dunkelheit. Gerade erst haben wir zum Weihnachtsfest Jesu Geburt gefeiert. Er sagt von sich: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh.8,12). Und zu seinen Nachfolgern sagt er: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,14). Wir können versuchen, das Licht von Gottes Angesicht widerzuspiegeln, so können in dunklen Situationen kleine Lichter aufleuchten.

Wir warten auf hilfreiche Medikamente und Impfstoffe. Wir  unterstützen die, die es jetzt besonders schwer haben. Wir bleiben als Gemeinde zusammen im Gebet und im Blick zu Christus. Wir vergewissern uns, in wessen Hand unser Leben und auch unser Sterben letztendlich liegen. Wir bitten Gott am Anfang dieses Neuen Jahres, barmherzig und treu bei uns zu bleiben: „Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Antje Leschik

⛪ Weihnachtsbrief – Dezember 2020 – KGV Lobeda

Antje Leschik schrieb am Mittwoch, 16. Dezember 2020

Liebe LeserInnen,                                                                          Dezember 2020

Was war das für ein Jahr seit letztem Weihnachtsfest! Wir merken: ein Jahr kann uns ganz schön klein und ängstlich machen. Es war ein Jahr, das uns  nachdenklicher als andere Jahre gemacht hat und wir warten wohl sehnsüchtiger als andere Jahre auf die Nachricht des Engels „Fürchtet euch nicht“. Nicht vor dem Leben. Nicht vor dieser Welt. Wir wollen und müssen es wieder hören, dass jemand an uns glaubt. Nicht irgendjemand, sondern der, der Himmel und Erde gemacht hat. Darum feiern wir Weihnachten, auch und gerade 2020.
Weihnachten, diese Nacht der Nächte, ist die Erinnerung: damals ist etwas  geschehen, was  uns heil machen kann mitten in unserer so zerrissenen Welt. Dem kann man sich nähern, wenn man das ganze Leben Jesu sieht, Kreuz und Krippe und alles dazwischen. Weil man dann sieht, dass dieses göttliche Kind selbst Teil dieser zerrissenen Welt ist. “Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.“
Gott glaubt an den Menschen Jesus. Gott glaubt an uns Menschen heute, er glaubt an Sie und mich und euch. Gott hält uns fähig für das Leben. Er hält uns des Lebens fähig, das wir haben. Vielleicht nicht so gerne haben oder nicht immer gerne haben. Aber wir haben es. Und leben es.
Diese Welt wird nicht mehr ohne IHN sein. Diese Welt wird nicht ohne Liebe sein. „Love will save the world“, diese  unsere Sehnsucht bekommt zu Weihnachten Kerzen, Lieder, Erzählungen, bekommt viele Menschen, die das teilen. Und wir dürfen solche Menschen sein!
Es wird Weihnachten und damit wird es Zeit geben, die kleine Flamme, die brennt, wahrzunehmen.  Es wird Weihnachten und damit wird es Raum geben, dem Licht in mir, das nicht erloschen ist, nachzulauschen.
Das strahlende Himmelslicht auf diesem Bild ist das, was dem Bild Leben und Wärme gibt. Was wäre dieses Bild, was wäre unser Leben ohne das Himmelslicht?!
Z.Z  müssen wir uns immer wieder online begegnen. Da kommt es besonders auf gutes Licht an, damit wir uns auf dem Bildschirm gut erkennen können. Wir merken immer wieder, wie wichtig es ist, in welchem Licht man die anderen sieht.
So war es ja auch bei den Hirten in der Weihnachtsgeschichte. Sie sitzen einfach so bei ihren Schafen und hüten sie in der Nacht. Das ist ja schließlich ihre Arbeit. Sie tun nichts Besonderes und sind nichts Besonderes.
Doch es wird an sie geglaubt, plötzlich strahlt das Himmelslicht auf sie und die Engel schicken sie nach Bethlehem zur Krippe. Bei göttlichem Licht gesehen sind die „normalen“ Hirten jetzt zu Boten Gottes geworden. 
Das ist das Geheimnis des Glaubens. Es muss jemand an uns glauben, damit wir an uns glauben können. Gott glaubt an uns, sein Himmelslicht leuchtet, erleuchtet uns mit göttlichem Licht und fragt uns auch:
Wen können wir durch das göttliche Licht in einem neuen Licht, mit neuem Blick sehen?
Möge Christus uns umhüllen mit seinem Himmelslicht und  beschützen in der Nacht der Nächte und in allen Nächten!
Es komme, was mag. ER, das Licht, ist da. Darauf vertrauen wir.

Gesegnete Weihnachten!
Ihre Pfarrerin Antje Leschik
                               

⛪ Kirchenblatt – Dezember 2020 – KGV Lobeda

Maria Krieg schrieb am Dienstag, 1. Dezember 2020



Liebe Gemeinde,
dieses Foto von Nicol Weber aus unserer Gemeinde, berührt mich. Wir sehen durch ein Fensterkreuz den leuchtenden Stern.  Es ist  Advent. Welche Kraft liegt für mich in diesem Jahr in diesem Wort. Wie gut, dass es unser verlässliches Kirchenjahr  gibt. Es wird Advent, es wird Weihnachten. Der Stern weist uns den Weg, und dennoch liegt auch  viel vor diesem Leuchten. Das Volk das im Finsteren wandert darf auch das Dunkle dieser ganz eigenen Zeit benennen. Da ist dieses Fensterkreuz.  Warum öffnet keiner das Fenster. Es ist kalt  draußen.  Wie werden Sie die Adventszeit erleben?  Ich weiß, dass ein Gaststättenbesitzer das Kirchenblatt liest und eine Musikerin.  Ein Arzt und eine Schwester und die Lehrerin von nebenan. Auch  die alte Dame aus dem Seniorenkreis, die nicht ins Niemöllerhaus kommen kann. Es ist schon ein Kreuz. Ein Fensterkreuz eben. Vordergründig. Dahinter der Stern. ER zieht los, immer wieder zieht er los. Und immer wieder weist er den Weg. Es ist immer Nacht, wenn er sich zeigt. Und genau da zeigt sich, was noch nicht ist. Es ist etwas in Bewegung, das ankommen will. Es wird, wie immer, eine schwere Geburt werden. Maria hat zu tragen. Der Esel hat zu tragen, die Hoffnung wird getragen und sie wiegt schwer.  Es ist Advent. Es ist meine liebste Zeit, sagte mir heute eine Frau am Telefon. Ich bin dankbar für diese Freude und die Vorfreude und was auch immer ist, es wird Weihnachten. Kann irgendetwas das Kommen Gottes in diese Welt verhindern? – Es ist Advent!                                          AMEN.