Wochenandacht am 01.06.2020

Kristin Weigel


„Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“ (Sach 4, 6) 

 

Als ich den Wochenspruch las, dachte ich mir in welchem Zusammenhang steht dieser Satz.

Bei Betrachtung des weiteren Textes um den Wochenspruch geht es um die Prophezeiung der Erbauung des 2. Tempels nach der Rückkehr aus babylonischer Gefangenschaft. Es soll ein Tempel werden frei von Mauern oder Zwang. Nicht durch Heer noch Kraft, sondern durch Gottes Geist soll dieses geschehen. Gott wird für alle Menschen erreichbar, ist nicht mehr unbedingt an die Priester oder den Tempel gebunden. Ich kann mein Anliegen vor Ihn bringen ohne eine Einschränkung von außen. Ich kann mit Ihm reden egal ob ich am Küchentisch sitze, in der Natur unterwegs bin oder doch im stillen Gebet in der Kirche. Es gibt keine Einschränkung durch „Heer oder Kraft“.

Ein anderer Aspekt ist, daß der Geist mehr Kraft hat als die weltliche Macht. Er reicht länger, ist nicht so vergänglich wie irdisches, er überdauert Zeiten und ist für Generationen verfügbar und erlebbar. Das Wort Gottes ist durch den Geist für alle Völker verständig. Ist dies vielleicht eine kleine Umkehrung der Geschichte vom Turmbau zu Babel? Ein Zusammenkommen im gemeinsamen Glauben trotz unterschiedlicher Sprachen und Kulturen. Eine Einheit der Menschen im Glauben durch verstehen. Nicht durch Heer oder Kraft aufgezwungen, sondern geschehen durch Gottes Geist. Ein Miteinander trotz Unterschieden.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein buntes und gesegnetes Pfingstfest.

Ralf Krieg
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