🌏Weltgebetstag 2021 5 Pazifisches Inselland Vanuatu

Ingrid Poschmann


Liebe Gemeinde

 

Es ist noch viel zu tun in Vanuatu, ein überaus heikles Thema.

Vor einiger Zeit habe ich gelesen, dass die Menschen in Vanuatu auf dem Glücksatlas an zweiter Stelle in der Welt stehen. Verwundert habe ich mich ein wenig intensiver darüber informiert und was kam heraus:

In Vanuatu wurden bei dieser Umfrage nur die Männer befragt. Es ist ein Witz, dass Vanuatu  offiziell das Land mit der glücklichsten Bevölkerung ist. Keiner hat die Frauen nach ihren Problemen gefragt. Und vermutlich hätte auch keine über ihr Probleme geredet.

Für Frauen ist Vanuatu das schlimmste Land der Welt, sagt eine Frauenaktivistin die anonym bleiben möchte. “Alles bei uns ist auf den Nakamal konzentriert, auf den Ort, wo sich die Männer im Dorf treffen wo sie über alles reden und wo alles entschieden wird.

Keine Frau darf sich dort blicken lassen.”

Dafür sind die Frauen aber für alles zuständig, was das Leben und Überleben der Familie betrifft. Das gelte auch nach den nicht seltenen Naturkatastrophen wenn die Ernte vernichtet ist. Dann stellen sich die Männer hin und fragen wo das Essen bleibt. Als Mann aber selbst Hand anlegen ist undenkbar.

Die Frauen in Vanuatu kümmern sich um Kinder, Essen, Wäsche und ein mögliches Einkommen für die Familie.

1980 wurde von einem Mann der Nationale Frauenrat gegründet. Walter Lini ist anglikanischer Pfarrer und der erste Premierminister des Landes. Er wollte eine Institution in der die Frauen eine Stimme bekommen.

In Vanuatu hat aber nach wie vor der Mann das sagen. Überlieferte Traditionen sind in Vanuatu sehr langlebig.

Die Frau müsse den Mann auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Lebens respektieren.

“Respekt ist in unserer Kultur ein ganz wichtiger Wert. Und religiös wird das Ganze noch untermauert.”  Sagt Anita Deroin, die Präsidentin des Nationalen Frauenrates.

Laut Verfassung gilt in Vanuatu die Gleichberechtigung der Geschlechter. Ein Gesetz soll Frauen vor häuslicher Gewalt schützen. Die Realität sieht anders aus.

Gewalt gegen Frauen ist in Vanuatu ein heikles Thema. Vor allem bei häuslicher Gewalt ist in Vanuatu das Papier geduldig. 2011 gab es durch das Frauenzentrum eine Umfrage unter 2.300 Frauen zur Gewalterfahrung in Ehe und Partnerschaft und fast zwei Drittel (60 %) gaben an, dass sie schon einmal oder mehrfach physische und/oder sexuelle Gewalt erlebt haben. 21% der Frauen haben bleibend Verletzungen davon getragen. Trotzdem stimmt die Hälfte der Frauen der Aussage zu, dass eine Frau ihrem Mann gehorchen muss. Und 40% finden es sogar wichtig, dass der Mann der Frau zeigen müsse, dass er der Chef ist.

Die Genderfrage ist ein sehr sensibles Thema. Es geht dabei nicht allein um Rechte sondern auch um Rollen. Und die sind in einer Gesellschaft, die sehr stark von patriarchalen Traditionen geprägt ist, zementiert.

Kirchlicherseits gib es Ansätze dies zu ändern. Es gibt mittlerweile in fast allen Kirchen eine Gender- und Frauenbeauftragte. Frauen müssen sich zusammentuen um gehört zu werden.

Aber um tatsächlich etwas zu erreichen müssen Frauen und Männer zusammen arbeiten. Besonders wichtig ist das bei Fragen der Gleichberechtigung.

Junge gut gebildete Ni-Vanuatu Frauen sind dabei die Hoffnungsträger das sich langsam etwas ändert.

Beten wir für die Frauen in Vanuatu. Das können wir auch außerhalb des Gottesdienstes.

Bleiben Sie gesund und behütet.

Es grüßt Sie Ingrid Poschmann

Ralf Krieg
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