Neue Texte in den Prospektboxen

In unseren Gemeindeschaukästen haben wir für alle Spaziergänger sichtbar ausgehängt: “Wir beten. Wir sind da. Gott ist da.“ In diesen Worten liegt für mich wunderbar viel Kraft.

Auch wenn wir durch Wüstenzeiten gehen, auch wenn wir erleben, dass unsere Gebete für uns ohne sichtbare Antwort bleiben, auch wenn wir beim Bibellesen so wenig verstehen, dass wir müde werden: bleiben wir dabei:

„Wir beten. Wir sind da. Gott ist da.“

Beten ist sinnvoll, gerade besonders jetzt. Auch für die, die allein in Quarantäne zwei Wochen ohne Spaziergänge leben müssen, können Gebetszeiten eine Tagesstruktur geben.

Beten ist zweckfrei, aber sinnvoll, beten hat seinen Wert in sich.
Mir fällt die Geschichte ein, die Sie kennen, die wir in jeder Passionszeit lesen und bedenken: die Geschichte von der Frau, die Jesus mit kostbarstem Öl überschüttet (Matthäus 26, 6-13).

Die Frau, die Jesus salbt, verfolgt damit keinen „Zweck“ (es ist ökonomischer Schwachsinn, was sie tut), sondern einen Sinn. Keinen Nutzen, sondern Schönheit.

Wir hören, dass Jesus sagt: „Sie hat eine gute Tat an mir getan“ bzw. wörtlich aus dem griechischen Urtext übersetzt: „Sie hat ein schönes Werk an mir getan“.

Es gibt gute Gründe zu glauben, Hinweise, für die wir besonders offen sind in dieser besonderen Zeit jetzt und sie so mit unserem inneren Auge besonders deutlich sehen. Wenn wir zu Gott sagen: „DU!“, dann IST das ein Gebet. Dann glauben wir, denn wir beten. Wir lassen uns fallen in diese Beziehung, die uns trägt. Wir können loslassen und lassen uns tragen.
Beten ist Klagen und Gottvertrauen, beides.

Ein uns tragendes Gebet finden wir in Psalm 13:
„Herr, hast du mich vergessen? Wie lange willst du dich noch verbergen? Wie lange sollen mich die Sorgen quälen, soll der Kummer Tag für Tag an meinem Herzen nagen? Gib mir Antwort, du mein Gott! Ich will dem Leben in die Augen sehen! Ich werfe mich in deine Arme und verlasse mich auf deine Liebe“.

Als Jesus nach dem Beten gefragt wurde, hat er uns als Antwort das VATER UNSER geschenkt. Wir beten Vater UNSER. Wir sind im Beten verbunden!

Bleiben Sie behütet!

Ihre Pfarrerin Antje Leschik

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wir im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von Bösen (Mt6)

Lutz Donnerhacke
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