Kreuzweg – Jesus wird abgenommen – Station 5

Station 5: Jesus wird vom Kreuz abgenommen

Psalmpoesie:  Mein Gott, ich kann es nicht fassen, doch es ist wahr: ich habe einen Menschen geliebt, doch jetzt ist er tot. Ich weine, weil meine Trauer so groß ist. Er fehlt. Er ist weg. Ich kann diesen Menschen nicht mehr spüren. Mein Gott, was kann ich überhaupt noch tun?

Aus der Heiligen Schrift  (nach dem Evangelium des Lukas Kap.  23)

Joseph ging zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu. Dann nahm er ihn vom Kreuz ab. Ein Mann nimmt den toten Jesus vom Kreuz und hält Ihn. Es ist Joseph von Arimathäa. Er übergibt Ihn in die Arme von Maria, der Mutter Jesu. Zärtlich ist die Berührung zwischen der Mutter und dem Toten. Wange an Wange. Wie früher, als Jesus noch lebte. Unten kniet Nikodemus und löst mit den letzten Nägeln Jesu Füße vom Kreuz. Daneben steht weinend Johannes, der Jünger Jesu.

Lebenswelt: Bist du schon einmal mit dem Tod in Berührung gekommen? Es ist unglaublich schwer zu fassen, wenn ein Mensch stirbt, den du lieb hast. Vielleicht hilft es, wenn du den toten Menschen noch einmal siehst und sie oder ihn berührst. Nicht umsonst gibt es auch heute noch den Brauch, die Toten zu Hause feierlich aufzubahren.  Eine letzte Begegnung mit einem geliebten Menschen ist wichtig für das Abschiednehmen.  Die Liebe hört mit dem Tod nicht auf. Sie verändert sich nur, und sie lehrt, dass es gut ist, wenn wir mitten im Leben sorgsam und zärtlich miteinander umgehen.

Gebet:  Jesus, Du hast die Menschen geliebt. Deine Liebe hilft uns in den schwersten Momenten, auch in der Trauer, auch im Tod. Hilf uns, Jesus, dass wir leben und lieben. Amen.

Ralf Krieg
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